Wenn Sie überlegen, welches modische Accessoire Sie immer mitnehmen, wenn Sie das Haus verlassen, egal ob Sie zur Arbeit oder nur kurz zum Einkaufen gehen; welches Accessoire Sie bei sich tragen, selbst wenn Sie zwei schwere Koffer hinter sich herziehen - dann bemerken Sie schnell, die Handtasche ist mehr als nur Mode, sie ist unentbehrlich. Die Handtasche ist die treue und diskrete Begleiterin.
Das weiß auch die Königin von England, die garantiert zuverlässige Diener beschäftigt, die für jede Handreichung sofort zur Verfügung stehen. Aber, haben Sie die Queen jemals in der Öffentlichkeit ohne ihre Damenhandtasche gesehen, die so repräsentativ an ihrem Unterarm hängt? Haben Sie gewusst, dass unsere Bundeskanzlerin sogar eine schwebende Handtasche besitzt?
Dabei ist die Damenhandtasche noch nicht so lange an der Seite der Frau, wie man meinen möchte. Erst als die Mode körperbetonter wurde und damit die Möglichkeit verschwand, persönliche Gegenstände in der Kleidung, in eingenähten Taschen, zu transportieren, wurde die Handtasche notwendig und zugleich ein modisches Accessoire. Als erste Damenhandtasche kann man die Pompadour-Tasche bezeichnen, wobei es sich dabei eher um einen winzigen Beutel handelte.
Die Namensgebung zeigt aber, dass diese Tasche bereits Star-Status hatte. Marquise de Pompadour war eine berühmte und einflussreiche Mätresse des Königs von Frankreich, Ludwig XV, Ende des 18. Jahrhunderts. War zu dieser Zeit das kunstvolle Täschchen eher dem Adel vorbehalten, entwickelte sich die Damenhandtasche den folgenden zwei Jahrhunderten zum Gebrauchsgegenstand für jede Frau.
Der Siegeszug der Designer-Handtasche begann im 20. Jahrhundert. Moderne Lederwarenfabrikanten und geniale Modeschöpfer entdeckten, dass die Damenhandtasche für die berufstätige Frau unerlässlich ist und zugleich eine Möglichkeit eröffnet, die Persönlichkeit, den Geschmack und auch den gesellschaftlichen Status zu unterstreichen. Modehäuser wie Prada, Gucci, Yves Saint Laurent, Louis Vuitton, Chanel, Burberry und Hermès entwarfen Handtaschen die, wiederum auch durch Stars, Kult-Status erlangten und zum Objekt der Begierde für unzähligen Frauen wurden.
Exemplarisch ist diese Entwicklung am Haus Hermès darstellbar. Hermès, ursprünglich Hersteller von Sattel- und Zaumzeug, begann mit der Verbreitung des Automobils mit der Herstellung von Koffern und Taschen. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Hermès eine trapezförmige Tasche, die mit einem Henkel, einem festen Boden und einer Umschlagklappe zum Verschließen versehen war.
Als die Schauspielerin Grace Kelly, die spätere Fürstin Gracia Patricia von Monaco, in ihrer Verlobungszeit mehrmals mit dieser Tasche gesehen wurde, wurde aus der Tasche die Kelly-Bag. Das Synonym für ein Märchen, für Eleganz und atemberaubende Schönheit. Dreißig Jahre später, die Kelly-Bag war zum Klassiker geworden, wurde für die Schauspielerin Jane Birkin eine geräumige Tasche entworfen und die erfolgreiche Hermès Birkin-Bag war geboren.
Eine Frage bleibt noch zu beantworten, erliegen auch Männer der Sucht, Handtaschen besitzen zu müssen? Auch Männer haben Handtaschen, selbstverständlich, sie nennen diese Aktentasche oder Laptoptasche. Und wo die Aktentasche deplatziert wirkt, da kann sich der Mann seiner Kleidung bedienen. Er trägt zu diesen Anlässen garantiert ein Jackett, mit eingenähten Taschen. |